01.06.2015

NEU für Geburten ab 01. Juli 2015: ElterngeldPlus und flexiblere Elternzeit!

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Für Geburten ab dem 1. Juli 2015 bestehen zwei grundlegende Erweiterungen: Die Wahl des ElterngeldPlus ist möglich sowie die flexibleren Elternzeitregelungen!

Das bisherige Elterngeld wird für die Geburten ab dem 01.07.2015 zum BasisElterngeld und zusätzlich durch die mögliche Wahl des ElterngeldPlus erweitert. Die Eltern haben also die Qual der Wahl. Denn die neuen Regelungen sind zwar eltern- und arbeitnehmerfreundlich, jedoch schwer zu überschauen und auf den konkreten Fall anzuwenden.

Als BasisElterngeld erhalten antragstellende Elternteile je nach Einkommen zwischen 300 Euro und 1.800 Euro im Monat für die Betreuung und Erziehung ihres Kindes, falls sie nicht gleichzeitig mehr als 30 Stunden wöchentlich arbeiten. Das BasisElterngeld wird bis zu 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt, sofern sich beide Elternteile jeweils mindestens zwei Monate komplett um den Nachwuchs kümmern.

Die neue Alternative des ElterngeldPlus´ kann insbesondere für diejenigen interessant sein, die in der Elternzeit nicht komplett zu Hause bleiben möchten, sondern schnell in Teilzeit tätig sein möchten.Bettina Trojan, Rechtsanwältin aus Köln, beschreibt die Grundlage: „Ein Basiselterngeld-Monat entspricht zwei Elterngeld-Plus-Monaten, das heißt, das Elterngeld kann doppelt solange bezogen werden, aber nur für die Hälfte des Betrages.“ Dementsprechend beträgt das ElterngeldPlus dann zwischen 150 und 900 Euro im Monat und zwar bis zu 28 Monate lang. Zudem gibt es aber einen ElterngeldPlus-Bonus, wenn die Eltern parallel zusätzlich vier Monate zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten. Sie erhalten dann jeweils vier weitere Monate ElterngeldPlus – d.h. ein rechnerisch sind es dann 8 Monate mehr staatliche Lohnersatzleistung, also bis zu 36 Monaten.

Rechtsanwältin Trojan warnt davor, dass die neuen Regelungen kompliziert seien und Fallstricke bereit hielten, so dass Eltern hier ohne gute langfristige Planung und ggf auch erforderliche Beratung viel Geld entgehen könne: „Man guckt beim Arbeitnehmer zum Beispiel: Was hat der in Vollzeit vor der Geburt verdient, was verdient er in Teilzeit nach der Geburt. Und er bekommt dann nur das Elterngeld (höchstens) für die Differenz nämlich. Es kann (auch beim ElterngeldPlus) sein, je nachdem, wie viel man in Teilzeit verdient, dass es sogar noch geringer wird.“ und damit sogar auf bis zu 150 Euro pro Monat reduziert wird.