01.03.2015

Bettina Trojan erklärt: Elternzeit und Elterngeld: Was ist noch mal was?

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Der dpa-Themendienst interviewte die Expertin Bettina Trojan im März 2015 zu den Regeln von Elternzeit und –geld. Und zur weiteren Verwirrung: Für Geburten ab dem Sommer 2015 stehen dann auch neue Regelungen an.

Den Unterschied von Elternzeit und Elterngeld können viele werdende Mütter und Väter oft nicht erklären. Hinzu kommt, dass es viele Kombinationsmöglichkeiten gibt. Dpa gibt für viele Redaktionen in Presse und Medien einen Überblick, der vielfach Verwendung fand.

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Hier einige Ausschnitte:

«Das Elterngeld ist ein Anspruch gegenüber dem Staat, den ein Elternteil hat, wenn er sich um sein Kind kümmert und deshalb nicht voll arbeiten kann», erklärt Bettina Trojan. Sie ist Rechtsanwältin in Köln. Die Elternzeit ist dagegen ein arbeitsrechtlicher Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber. Der muss seinen Mitarbeitern ermöglichen, nach bis zu drei Jahren Elternzeit pro Kind ins Unternehmen zurückzukehren.

In aller Regel liegt das Elterngeld bei rund zwei Dritteln des bisherigen Nettoeinkommens. Dabei haben keineswegs nur Angestellte Anspruch auf die Unterstützung: «Anspruchsberechtigt sind alle Eltern, die ein Neugeborenes daheim haben und die Anforderungen erfüllen – also auch der Student oder die Hausfrau», erläutert Trojan. Leben die Eltern getrennt, kann nur der Elternteil die Förderung beziehen, bei dem das Kind lebt.

Für insgesamt 14 Monate fördert der Staat die Auszeit. Das gilt jedoch nur, wenn sich beide Partner mindestens zwei Monate an der Elternzeit beteiligen – sonst wird die Förderung nur für ein Jahr gezahlt. «Väter haben erst verstärkt angefangen Elternzeit zu nehmen, als es dafür auch Elterngeld gab», sagt Trojan.

Nach der Elternzeit haben Mütter und Väter ein Anrecht auf die Rückkehr auf ihren alten – oder einen vergleichbaren – Arbeitsplatz. Doch wenn Mitarbeiter Teilzeit arbeiten wollen, stellen sich manche Arbeitgeber quer. Oft heißt es dann, es gibt keine passende, freie Stelle. Betroffene sollten sich damit jedoch nicht abspeisen lassen: «Vor allem während der Elternzeit ist das kein Argument, mit dem ein Unternehmen vor dem Arbeitsgericht durchkommt», erklärt Anwältin Trojan.

„Wenn das Elterngeld (in Form des ElterngeldPlus) künftig länger geht, hätten wir das sicher auch genutzt“, erzählt Ingenieur Wagner. Aber er übt auch Kritik: «Ohne Beratung ist es bald nicht mehr möglich, das passende Modell zu finden.» Das Elterngeld sei eine gute Möglichkeit, mehr Zeit für die Familie zu haben, allerdings würden davon nicht alle Einkommensgruppen profitieren. «Ich bin froh, dass ich nicht in einer finanziellen Situation bin, die mich zwingt nach der Geburt gleich wieder zu arbeiten.» Bei anderen Paaren auf der Geburtsstation sei das trotz Elterngeld der Fall gewesen: «Bei einem Krankenpfleger sind zwei Drittel vom Netto eben nicht viel.»


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